Eine Babytrage lässt sich nicht improvisieren
Kurz gesagt: Eine Babytrage lässt sich nicht improvisieren. Wenn die Trage fehlt, tragen Sie Ihr Kind auf dem Arm oder nehmen den Kinderwagen – und besorgen sich für das nächste Mal eine geprüfte Trage.
Warum ein Behelf nicht trägt
Eine Babytrage muss mehr können, als ein Kind festzuhalten. Sie verteilt das Gewicht so auf Schultern und Hüfte, dass Sie sicher stehen und gehen. Sie hält Ihr Kind eng und hoch am Körper, damit es nicht zusammensackt. Und sie lässt das Gesicht frei, damit Mund und Nase nicht im Stoff liegen.
Ein Behelf kann nichts davon zuverlässig. Gibt er nach, rutscht Ihr Kind tiefer. Dann sinkt das Kinn auf die Brust, und das behindert die Atmung. Hersteller warnen in ihren Anleitungen ausdrücklich davor, und die Verbraucherschutzbehörde der USA beschreibt genau diese Haltung als Erstickungsgefahr.
Keine geprüfte Naht, kein geprüftes Material
Für Kindertragen gibt es Sicherheitsanforderungen und Prüfverfahren: die europäische Norm DIN EN 13209-2 für Tragen ohne Gestell, für Tragetücher und Trageschlingen liegt mit prEN 13209-3 ein Entwurf vor. Geprüft wird unter anderem, ob Nähte und Stoff die Belastung aushalten und ob das Kind beim normalen Gebrauch nicht herausfallen kann. Ein improvisierter Behelf hat keine dieser Prüfungen durchlaufen. Ob er hält, merken Sie erst, wenn er es nicht tut.
Was stattdessen hilft
- Eine geprüfte Trage: Achten Sie darauf, dass Ihre Trage nach der Norm geprüft ist und eine Anleitung mit Warnhinweisen beiliegt. Was beim Kauf zählt, steht in unserer Entscheidungshilfe: gebraucht oder neu kaufen.
- Leihen statt basteln: Viele Trageberatungen und Trageschulen verleihen Tragen und Tücher. So können Sie kurzfristig eine geprüfte Trage nutzen und in Ruhe ausprobieren, welche zu Ihnen passt.
- Trageberatung: Eine Trageberaterin zeigt Ihnen, wie Ihr Kind in der Trage richtig sitzt, und prüft den Sitz mit Ihnen gemeinsam.